30. August 2025
Gericht und Staatsanwaltschaft: In MV werden jetzt schon Justiz-Azubis verbeamtet
Justizfachangestellte an Gericht oder Staatsanwaltschaft heißen künftig Justizfachwirte. Schon die Azubis werden verbeamtet - das soll Bewerber sichern.

Justizfachangestellte an Gericht oder Staatsanwaltschaft heißen künftig Justizfachwirte. Schon die Azubis werden verbeamtet – das soll Bewerber sichern.

Mecklenburg-Vorpommern will mit neuen Möglichkeiten zur Verbeamtung junge Leute in die Justiz locken. In der neuen Ausbildung zum Justizfachwirt, welche die bisherige Berufsausbildung zum Justizfachangestellten ablöst, werden schon die Azubis zu Beamten auf Widerruf ernannt, wie das Justizministerium mitteilte. Bisher war eine Verbeamtung erst nach der Ausbildung möglich, wenn der oder die Justizfachangestellte den Arbeitsvertrag unterschrieb.

Der erste Ausbildungsjahrgang zum Justizfachwirt mit 21 Frauen und vier Männern startet den Angaben zufolge am Montag. Beworben hatten sich 244 junge Menschen.

Ausbildung von drei auf zwei Jahre verkürzt

„Mit der ersten Ausbildungsklasse zur Justizfachwirtin und zum Justizfachwirt schlagen wir ein neues Kapitel auf“, erklärte Ministerin Jacqueline Bernhardt (Linke). „Erstmals bieten wir in Mecklenburg-Vorpommern eine Beamtenausbildung für die Tätigkeit in den Serviceeinheiten der Gerichte und Staatsanwaltschaften an.“ Die Ausbildung sei in dem Zuge von drei auf zwei Jahre verkürzt worden.

Das Land erhofft sich von dem Schritt, dass junge Menschen den Beruf attraktiv finden. „Wir brauchen in der Justiz in allen Bereichen weiterhin den gut ausgebildeten Nachwuchs, so auch in den Serviceeinheiten“, so Bernhardt. Justizfachwirte vernetzen demnach die Arbeitsabläufe der Richter, Staatsanwälte und Rechtspfleger und sorgen so mit für einen reibungslosen Ablauf der Geschäfte bei Gerichten und Staatsanwaltschaften. Außerdem sind sie die ersten Ansprechpartner für ratsuchende Bürger.